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Andacht für Dezember 2012 & Januar 2013

In Bewegung bleiben - Zur Jahreslosung 2013

Auf dem Gehweg nebenan stapeln sich schon die Umzugskartons. Gleich wird der Umzugswagen kommen. Und dann geht es los in eine fremde Stadt. Die neue Arbeit wartet schon. Nicht nur Hemden, Möbel und Teller machen sich auf den Weg. Mitten im Gepäck befindet sich auch eine ganze Portion Spannung und Ungewissheit. Zurück bleiben ein Stück Heimat, Freunde und Bekannte. Für sie gilt es nun sich die neue Adresse einzuprägen. Die Welt ist in Bewegung!

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die
zukünftige suchen wir.“
Hebräer 13,14

So heißt es in der Jahreslosung für 2013. Sie erinnert daran, dass das Leben schon immer in Bewegung war. Die Bibel ist voll mit Beispielen dafür. Abraham und Moses verlassen ihr Zuhause und suchen für sich und ihre Familien eine neue Zukunft. Auch Jesus ist ein festes Zuhause eher fremd. Er ist auf der Wanderschaft.

Vielleicht lässt diese Sicht mulmige Gefühle und Gedanken in uns aufsteigen. Warum kann nicht einfach alles so bleiben wie es ist? Veränderung birgt schließlich Unsicherheit in sich. Vertrautes aufgeben tut weh, besonders dann wenn offen ist, was mich danach erwartet! Diese Empfindungen sind menschlich und ganz normal. Und darum brauchen wir wenn alles im Leben und um uns herum im Fluss ist, etwas das fest steht und einen Ort, an dem ich bleiben und endgültig „zu Hause“ sein kann.

Die Jahreslosung erinnert daran, dass Gott selber in allen Turbulenzen und Kapriolen des Alltags diese Konstante für uns ist und bleibt. Seine Nähe und Treue ist unabhängig von Umständen und unseren Emotionen. Er will bei uns sein alle Tage, bis ans Ende der Welt. Das hat er seinen Leuten zugesagt. Das beschreibt die Bibel. Darauf dürfen wir uns getrost verlassen. Doch das ist nicht alles.

Die Jahreslosung ermutigt uns, hoffnungsvoll in die Zukunft und bewusst „nach vorne“ zu leben. Gelegentlich sind die Worte aus Hebräer 13 bei Beerdigungen zu hören. Denn sie drücken aus, dass Gott für seine Jünger eine gewaltige Zukunft vorbereitet hat, die weit größer ist als die Welt, in der wir uns heute befinden. In Gottes neuer Welt werden alle Tränen abgewischt werden und für Leid, Schmerz und Geschrei wird es dort keinen Anlass mehr geben. Sogar der Tod wird nur noch Geschichte sein und seinen Schrecken verlieren. Diese Hoffnung ist fast zu großartig um wahr zu sein. Doch das verspricht uns Jesus und die Losung für 2013.

Und schließlich:

Die Jahreslosung eröffnet uns Kraft und Motivation die Gegenwart zu gestalten. Denn für wen die Zukunft endgültig geregelt und klar ist, der hat Herz und Hände frei, Akzente im Heute zu setzen. Wem die ewige Zukunft nicht mehr zwischen den Fingern zerrinnen kann, der hat Freiheit! Zu besitzen oder los zu lassen, zu genießen ohne abhängig zu werden und Neues zu wagen, im Leben, in der Gemeinde und in der Gesellschaft, ohne dabei allen gefallen zu müssen. Das macht gelassen, sicher, mutig und kreativ!

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass uns die Jahreslosung für 2013 keineswegs nur eine weltfremde Jenseitsvertröstung zu bieten hat. Im Gegenteil. Je klarer uns das Bild der Hoffnung auf die künftige und bleibende Stadt in Herz und Seele gezeichnet ist, desto deutlicher wird unser Alltag und unsere Umgebung davon angesteckt und inspiriert werden. Das ist nicht „Vertröstung“, sondern tragfähiger Trost und erfrischende Hoffnung. Lassen wir uns 2013 doch reichlich davon anstecken und in diesem Sinne in Bewegung bleiben.

Allen Lesern wünsche ich (schon jetzt) einen friedlichen und hoffnungsvollen Übergang ins neue Jahr.

Euer Pastor
P. Rau

01.12.2012