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Andacht für Februar 2013

Ich bin KEIN Fan von Jesus

Vielleicht bist du überrascht, diese Überschrift zu lesen. Denn eigentlich erwarten wir an dieser Stelle doch ein paar aufmunternde Gedanken, die unserer Begeisterung am Glauben und an Jesus etwas Rückenwind geben sollen, oder..?! Tatsache ist aber, dass immer mehr Christen, die wir als Autoren und von Großveranstaltungen her kennen (z.B.: Max Lucado, Christine Caine etc..) sich dieses „Bekenntnis“ auf die Fahnen schreiben: „Ich bin kein Fan von Jesus“!

Da stellt sich die Frage: Ist das nun der neueste Trick, um ihre Bekanntheit und die Verkaufszahlen nach oben zu treiben, oder:

Was genau steckt da dahinter? Der Hintergrund ist einfach und fordert zum Nachdenken heraus. Denn für viele ist Glaube und Christsein heute längst eine Fassette unserer abendländischen Kultur geworden. Eine Art gute Tradition oder vertraute Prägung noch aus dem Elternhaus vielleicht. Und wenn das Leben und der Alltag bisher ohne größere Brüche und Konflikte verlaufen sind, werden einige besonders leidenschaftliche Weggefährten vielleicht sogar zu echten „Fans von Jesus“! Sie sind begeistert von IHM! Kleben sich Fische auf ihre Autos und hängen sich Kreuze um den Hals und singen begeistert die neuesten Lieder in den Gottesdiensten. Da ist Begeisterung pur..- ganz ähnlich, wie wir das auch (mit anderen Vorzeichen) in einem zünftigen Fan-Club der Formel-1 oder in der Bundesliga erleben können… Das Spannende dabei ist nur, dass Jesus NIE auf der Suche nach so einer Fan-Gemeinde war! Jesus wollte NIE die Masse begeistern und mobilisieren. ER war nämlich auf der Suche nach Leuten, die bereit waren IHM nachzufolgen.

Diese Einsichten sind nicht neu.

Und es ist auch schon ein paar Jahre her, dass Kyle Idleman (s. Bild), Pastor einer großen Gemeinde in Kentucky nicht wusste, was er in seiner Gemeinde predigen sollte. Nach einer Zeit der Stille und des Fragens kam ihm der Gedanke, einmal nachzusehen, was Jesus seinen Zuhörern gepredigt hatte. Dabei stieß er auf das Bibelwort aus Lukas 9,23, wo es heißt:

"Wenn einer von euch mit mir gehen will, muss er sich selbst verleugnen, jeden Tag aufs Neue sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen."

Pastor Kyle Idleman (Quelle: www.notafan.de)Plötzlich wurde ihm klar, dass sich Jesus nicht davor gescheut hatte, auch unbequeme Wahrheiten zu sagen. Auch dann nicht, wenn ihn das vermutlich Popularität und Sympathie bei seinen Zuhörern und Jüngern kosten würde. An jenem Ostermorgen hielt Kyle I. keine flammende Predigt über die Auferstehung Jesu und das leere Grab. Stattdessen entschuldigte er sich vor seiner Gemeinde dafür, dass er in der Vergangenheit hauptsächlich versucht hatte, nur die „glänzenden Seiten“ des Evangeliums hervorzuheben. Er sei dem Wunsch erlegen, mit strategischen Methoden des Marketings dafür zu sorgen, dass sich die Reihen seiner Gemeinde mit möglichst vielen begeisterten JESUS-Fans füllen sollten. Doch dann entdeckte er: „Nachfolge ist Freundschaft, ist Beziehung zu Jesus. Ein echter Nachfolger zu sein, heißt, dass wir Jesus vollkommen vertrauen, dass wir uns von ihm leiten und verändern lassen und dass wir ihm auch dann noch nachfolgen, wenn sein Weg für uns schwierig wird. Es bedeutet, mehr zu sein als ein Fan.“

Aus der nachfolgenden Predigtreihe von Kyle I. ist inzwischen eine Initiative entstanden, die den Titel „ Not a fan“ (kein Fan von Jesus!) trägt. Immer mehr Christen werden auf diese Weise von den bekannten Worten JESU aus Lukas 9,23 angesprochen und herausgefordert, ihren Lebensstil zu hinterfragen. Seit einiger Zeit hat die Initiative auch Christen in Europa erreicht und beginnt sich weiter auszubreiten. Weitere Informationen dazu findet ihr unter www.notafan.de und in einem Video-Clip von Kyle I.

Was mich persönlich bewegt...

ist nicht die Befürchtung, dass wieder eine neue „christliche Kampagne aus den USA“ zu uns herübergeschwappt sein könnte..(!), sondern es geht mir um die Tatsache, dass JESUS wirklich Freundschaft und echte Jüngerschaft gesucht hat, und noch heute sucht! Das ist wahrlich nicht neu. Das war von Anfang an schon so. Doch wenn ein Mensch von einem „Jesus-Fan“ zu einem entschiedenen „Jesus-Nachfolger“ wird, dann werden mit großer Gewissheit neue, frische und ermutigende Dinge in seinem Alltag geschehen!

Wäre das nicht eine spannende Angelegenheit, im Laufe dieses Jahres 2013 darüber im Gespräch zu bleiben, wie wir es persönlich damit halten wollen?

Mit einem herzlichen Gruß an alle Leser.

Euer Pastor
P. Rau

01.02.2013