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Andacht für Mai 2012

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut.
Und nichts ist verwerflich,
was mit Danksagung empfangen wird.
1.Timotheus 4,4

Eine erste schnelle (vorschnelle) Reaktion ist: Es gibt doch vieles, was auf und in unserer Welt und Leben nicht gut ist: Naturkatastrophen, das Sterben und der Tod, die Schmerzen und das Leid, Misserfolg in Erziehung, Ausbildung und Beruf,…

Aber: Diese Textauffassung entspricht nicht dem Inhalt des Losungsverses.

Achtet man auf den Texthintergrund, ergibt sich, dass Paulus folgenden Sachverhalt in seinem an Timotheus gerichteten Brief aufgreift: In die Gemeinde Ephesus waren Lehrer gekommen und haben Einfluss auf die Gläubigen genommen. Paulus kennzeichnete ihre Lehre als vom Satan geprägt ( 2.Tess. 2,4 ). Menschen, die dieser Lehre folgten, diagnostizierte er gleich den Sklaven in damaliger Zeit, die mit einem Brandmal gezeichnet waren. Dieses Zeichen machte sichtbar, wem die Sklaven gehörten. So sagt Paulus: Durch die Irrlehrer hält Satan Ausschau nach Menschen, die sich vom Bösen gebrauchen lassen. Diese Irrlehrer verkündigten, dass alles Leibliche, alle körperlichen Funktionen, ja die ganze Welt böse sei.

Das zeigte sich auch in der Lebensführung. So sollte das Leibliche unterdrückt werden, die Menschen sollten ehelos bleiben, Speisen seien weitgehend zu meiden. Deshalb gingen Einsiedler, Mönche, Häretiker als Anhänger dieser Lehre in die ägyptische Wüste, um dort ihr „Leben im Fleisch“ abzutöten. Hierzu schreibt Paulus folgendes: Diese Menschen lästern mit ihrer Auffassung und Lebensführung Gott. Sie verachten seine Schöpfung, missachten seine gegebene Ordnung zur Ehe und Fortpflanzung, verurteilen die Gaben Gottes und seine Werke. Eigentlich wiederholte Paulus nur, was Gottes Wort schon mehrfach erklärt hat: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut - so z.B. in 1.Mose, 1,31.

Was sagt also die Losung für damalige und heutige Ohren?

Beim Gebrauch und Verbrauch von allen Gaben ist zu bedenken und zu beachten: Es sind Gaben von Gott. Menschen können auch heute ohne das Wirken von Gott keine Früchte, kein Brot, nichts Lebendiges und nichts an Rohstoffen hervorbringen; somit auch nichts, was wir be- und verarbeiten könnten.

Wir sollen die Gaben Gottes mit anderen teilen, also nicht egoistisch nutzen! Wir sollen die Gaben Gottes mit Dank annehmen. Danken wir Gott für die Gaben - so z.B. durch Gebet vor dem Essen - ; werden sie geheiligt, d.h. sie hören auf unrein zu sein. Unterwerfen wir uns also nicht menschlichen Gewohnheiten oder Vorschriften – so beim Essen wie beim Arbeiten, beim Geldausgeben wie in der Freizeit, also in allen Varianten unseres Lebens!

Euer
G. Vogel

01.05.2012